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bis 3. Oktober 2010 in der Bundeskunsthalle Bonn....


Mit dem Kunstmuseum Bonn, der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, dem Deutschen Museum Bonn, dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dem zoologischen Forschungsinstitut, Museum Alexander Koenig und dem Rheinischen Landesmuseum ist im Herzen der Stadt eine eindrucksvolle Kulturlandschaft entstanden. Bei der Auflistung handelt es sich um eine Auswahl der aktuellen und zukünftigen Ausstellungen dieser Bonner Museen. 



11. Juni bis 3. Oktober 2010

Afghanistan ist ein Land mit einer reichen Zivilisation, die von der Bronzezeit über die griechisch-baktrische, kushanische und hephalitische Epoche bis in das islamische Zeitalter reicht. An den Handelswegen zwischen Ost und West gelegen, war das Land ein wichtiger Kreuzungspunkt der Zivilisationen in Zentralasien. Dieser Schmelztiegel der Kulturen wird anschaulich angesichts der zahlreichen archäologischen Funde. Die Ausstellung präsentiert 230 Objekte aus vier archäologischen Ausgrabungsstätten des Landes. Beginnend mit der bronzezeitlichen Ausgrabungsstätte Tepe Fullol im antiken Baktrien (ca. 2000 v. Chr.) folgt Ai-Khanum, eine von Alexander dem Großen gegründete Stadt, die Zeugnis von den griechisch-hellenistischen Einflüssen am Rande der Steppe ablegt (4.-2. Jh. v. Chr.). Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die einzigartigen Goldfunde aus den sechs Gräbern des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Tillya-tepe, die 1979 von einem russischen Archäologenteam ausgegraben wurden. Diese Objekte galten lange Zeit als verschollen und wurden erst 2004 in den Depots der Zentralbank von Kabul wiederentdeckt, wo sie den Einmarsch der russischen Armee und die Zeit der Talibanregierung unbeschadet überdauert hatten. Den Abschluss der Ausstellung bilden die großartigen Funde von Begram. Die elfenbeinernen Möbelbeschläge aus dem 1.Jahrhundert n. Chr. zeugen vom indischen Einfluss in dieser Region. 



15. Juli bis 1. November 2010

Drei Teilnahmen an der Dokumenta in Kassel, Preisträger des Goldenen Löwen als bester Einzelkünstler der Biennale von Venedig 2005 - der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte, geboren 1954, zählt zu den international wichtigsten deutschen Künstlerpersönlichkeiten. Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle wird anschließend an die großen monografischen Ausstellungen deutscher Maler wie Gerhard Richter, Sigmar Polke, Georg Baselitz und Markus Lüpertz anhand ausgewählter Werkgruppen einen Einblick in die Breite und Genese seines Gesamtwerkes geben. Thomas Schütte ist eine Ausnahmeerscheinung, denn mit seiner außergewöhnlichen Vielfalt an unterschiedlichsten Themen, Ausdrucksformen und Techniken gelingt es ihm, seit mehr als 30 Jahren hochaktuell zu sein. Schüttes Freude am Material und am Handwerklichen prägen seine Arbeiten aus Holz, Ton und Metallen, bestimmen seine Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen. Gesellschaftskritische Auseinandersetzungen und Humor kennzeichnen die mitunter komplexen Inhalten seiner Arbeiten und zeigen eine deutlich utopische Qualität. Der Schwerpunkt der Ausstellung in der Bundeskunsthalle liegt auf Schüttes Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Architektur und bildender Kunst. Zwei große, neue Arbeiten, „Ferienhaushaus für Terroristen“ und „One man house“, werden erstmals im Format 1:1 der Öffentlichkeit präsentiert.



17. September bis 30. Januar 2011

Die Ausstellung zeigt einen Überblick über die abstrakte Kunst des 20. Jahrhunderts in Lateinamerika, einem unbekannten Kontinent der klassischen Moderne. Grundlage der Ausstellung sind Bestände der Sammlung Cisneros Fontanals Art Foundation, die bei ihrer ersten Präsentation in Miami eine Sensation darstellte und jetzt erstmals in Europa gezeigt wird. Ausführlich werden drei europäische Emigrantinnen vorgestellt, die in der abstrakten Kunst in Lateinamerika eine bedeutende Rolle spielten: die deutsche Fotografin Grete Stern, die deutsche Bildhauerin Gertrude Goldschmidt (Gego) und die Schweizerin Mira Schendel.   



17. Dezember 2010 bis 15. April 2011

Napoleon Bonaparte (1769-1821) hat in seiner knapp 20-jährigen Regierungszeit die Grundlagen der europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts wie keine andere historische Persönlichkeit geprägt – im Positiven wie im Negativen. Die von der Kunst- und Ausstellungshalle entwickelte Ausstellung zeigt exklusiv ein umfassendes Bild von Napoleon und seiner Zeit anhand hochrangiger Leihgaben aus ganz Europa: Malerei und Skulptur liefen damals zur Hochform auf – in den Propagandabildern von David, Gérard und Ingres wie in der Opposition mit Goya und der deutschen Romantik. Zugleich erfolgte die Gründung des Louvre als erstem „modernen“ Kunstmuseum. Erstmals wird in der Ausstellung der „Kunstraub“ in den von Napoleon besetzten Ländern Europas und Nordafrikas umfassend dargestellt.  



23.03. bis 30.05.2010

Die Ausstellung zeigt Konrad Rufus Müller nicht nur als Kanzlerfotograf, sondern macht darüber hinaus mit den anderen Aspekten seines Werkes bekannt, den gleichermaßen brillanten Porträts von "einfachen" Leuten etwa, oder auch seltsam entrückten Stillleben. 



30.01.2010 bis 30.01.2011

Eine kleine, aber feine Ausstellung zu Gast in der Macke-Sammlung des Kunstmuseums: Bis 2011 treten acht bedeutende Gemälde der Kunsthalle Bremen in einen Dialog mit den Rheinischen Expressionisten. Auf einer eigenen Wand in die Sammlung integriert, ermöglichen Werke von August Macke, Franz Marc, Alexej Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Emil Nolde den Besucherinnen und Besuchern des Kunstmuseums Bonn, die Sammlung von August Macke und den Rheinischen Expressionisten in einem größeren künstlerischen Zusammenhang zu sehen.  Die Leihgabe konnte realisiert werden, weil die Kunsthalle Bremen wegen ihrer Erweiterung und Modernisierung bis Anfang 2011 schließt. Allein die außergewöhnliche künstlerische Qualität der Bilder aus Bremen ist ein Gewinn für das Publikum in Bonn. Darüber hinaus stellen die Werke aufschlussreiche Beziehungen zu der Sammlung des Kunstmuseums her. 



24.03.2010 bis 06.06.2010

Erwin Wurm, der zu den international erfolgreichsten österreichischen Künstlern gehört, spielt mit den Grenzbereichen zwischen Skulptur, Aktion und Performance und hat damit das Feld der Bildhauerei um entscheidende Akzente erweitert. Alles kann bei dem in Wien lebenden Künstler zur Skulptur werden: Handlungen, geschriebene oder gezeichnete Anweisungen, selbst ein Gedanke. Von seinen frühen Staubskulpturen über die „One Minute Sculptures“ bis hin zu den Raum füllenden „Fat Cars“ oder „Fat Houses“ spannt sich ein breiter Bogen, hinter dessen vordergründig skurril-witziger Oberfläche sich pointierte Gesellschaftskritik ebenso wie philosophische Tiefe verbirgt. Das Kunstmuseum Bonn untersucht dieses lustvoll ausufernde Werk im Hinblick auf den Umgang des Künstlers mit dem individuellen und kollektiven Identitätsbegriff unserer Gesellschaft. Die konzentrierte Werk-Auswahl, die von den frühen 90er Jahren bis ins Jahr 2009 reicht und einen Schwerpunkt auf die Arbeiten der letzten drei Jahre setzt, zeigt einen künstlerischen Kosmos, der in seinem Kern unsere menschliche Existenz als ein zwischen Lächerlichkeit und Tragödie balancierendes absurdes Spiel begreift. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Dumont-Verlag mit Texten von Helmut Friedel, Franz Schuh, Stephan Berg u.a.